Die Dosage

Ein zweites stilprägendes Element der Champagnerbereitung ist die Versanddosage. Jedem Champagner wird beim Degorgieren eine Mischung aus Zucker und Reserveweinen zugegeben, wobei die Zuckermenge über seine gewünschte Stilistik, von Brut bis Demi-Sec, entscheidet.

Für Nicolas Feuillatte ist in dieser Phase die Auswahl des Dosage-Weines entscheidend. Er verleiht der Cuvée den letzten Schliff, balanciert sie aus und gibt ihrer Struktur und Tonalität das „Feintuning“. Ein Dosage-Wein ist immer exakt auf die Cuvée abgestimmt, um ihren besonderen Stil zu bewahren und unterstreichen. Ansonsten gibt es keine Vorgaben. Der Wein kann, aber muss nicht den BSA vollendet haben, er kann, aber muss nicht aus einer Assemblage verschiedener Lagen, Rebsorten oder Jahrgänge stammen. Jede Versanddosage ist so einzigartig wie die Cuvée, die sie mit ihrem Siegel kennzeichnet.

Guillaume Roffiaen: „Das Entscheidende ist, von Anfang an alle prägenden Bestandteile der Cuvée vor sich zu sehen. Bereits bei der Weinbereitung denke ich die Möglichkeiten der Dosage quasi mit, um sie zum gegebenen Zeitpunkt nach dem Charakter der Reserveweine oder des Jahrgangs und dem sensorischen Profil der Weine, ihrer Typizität, die ich in jeder Cuvée suche, zu bestimmen.“ Daher spielt auch die immer unterschiedliche Zeit der Reife eine bedeutende Rolle für die Zusammensetzung der Dosage: je länger der Wein auf seinem Hefelager verbleibt, desto sanfter und harmonischer verschmelzen seine feinen Komponenten. In gleicher Weise bespielt der Kellermeister die Finesse der Perlage und Aromen. Die Dosage verlangt ein Höchstmaß an Akribie, um die Präzisionsarbeit der Assemblage zu vollenden.